Kurz erklärt: Für wen ist die Nachschulung bei Verkehrsauffälligkeit?
Wenn Ihnen wegen einer Verkehrsauffälligkeit der Führerschein in Österreich entzogen wurde, ordnet die Behörde in der Regel eine Nachschulung an.
Typische Anlässe sind grobe Geschwindigkeitsüberschreitungen, riskantes Fahrverhalten, Handy am Steuer oder wiederholte Regelverstöße.
Die Nachschulung Verkehrsauffälligkeit ist eine gesetzlich vorgesehene Maßnahme nach der Nachschulungsverordnung (FSG-NV).
Das Ziel: die Grundlage für sicheres Verhalten im Straßenverkehr schaffen.
Das Besondere: Nachschulung mit Fahrprobe
Anders als bei der Alkohol- oder Suchtmittel-Nachschulung enthält die Nachschulung für verkehrsauffällige Lenker:innen eine integrierte Fahrprobe.
Diese Fahrprobe ist keine Prüfung im klassischen Sinn. Sie dient als Beobachtungsgrundlage, um Ihr tatsächliches Fahrverhalten – etwa Entscheidungsverhalten, Regelakzeptanz und Risikobewusstsein – sichtbar und bewusst zu machen. Die Beobachtungen fließen anschließend in die gemeinsame Reflexion im Kurs ein.
Ablauf der Nachschulung – Schritt für Schritt
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1) Gruppenveranstaltung: Inhalte & Ziele
Die Nachschulung findet in der Regel als Gruppenveranstaltung statt. In 4 Sitzungen á jeweils ca. 2,5 Stunden werden folgende Themen strukturiert bearbeitet:
- Analyse des eigenen Risiko- und Regelverhaltens.
- Förderung von Selbstkontrolle und vorausschauendem Fahren
- Entwicklung eines angepassten, normgerechten Fahrverhaltens
- Reflexion der Umstände, die zum Delikt geführt haben
Der Rahmen ist sachlich und diskret. Es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern um ein besseres Verständnis des eigenen Verhaltens im Straßenverkehr und um konkrete Ansätze für sichereres Fahrverhalten.
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2) Fahrprobe: So läuft sie ab
Die Nachschulung bei Geschwindigkeit oder anderen Verkehrsdelikten enthält eine Fahrprobe als festen Bestandteil. So können Sie sich darauf einstellen:
- Setting:
- Die Fahrprobe findet im realen Straßenverkehr in einem Schulfahrzeug statt. Durchgeführt wird sie von einem / einer speziell qualifizierten Fahrschullehrer:in.
- Was beobachtet wird:
- Aufmerksamkeit, Blickverhalten, Geschwindigkeitsanpassung, Abstandsverhalten, Reaktionen in Verkehrssituationen und Regelakzeptanz.
- Was Sie mitbringen:
- Einen gültigen Lichtbildausweis sowie den Bescheid der Behörde. Bitte auch an Ihre Brille/Sehhilfe denken, falls vorgeschrieben.
- Ergebnis:
- Die Fahrprobe ist keine Bestanden/Nicht-bestanden-Situation. Die Beobachtungen bilden die Basis für die anschließende Besprechung in der Gruppe.
3) Bestätigung & Meldung an die Behörde
Nach ordnungsgemäßer Teilnahme an allen Kursbestandteilen erhalten Sie eine Kursbesuchsbestätigung. INFAR übermittelt das Ergebnis gemäß den gesetzlichen Meldepflichten direkt an die zuständige Behörde. Die Durchführung erfolgt als behördlich ermächtigte Einrichtung nach den Vorgaben der Nachschulungsverordnung (FSG-NV). Sie müssen sich also nicht selbst um die Weiterleitung kümmern.
Dauer & Kosten der Nachschulung Verkehrsauffälligkeit
| Dauer: | Die Nachschulung umfasst in der Regel 4 Sitzungen zu je 2,5 Stunden (Gruppensitzungen) sowie eine Fahrprobe. Die genaue Terminstruktur hängt vom Standort und der Verfügbarkeit ab. |
|---|---|
| Kosten: | Die Kosten für die Nachschulung Verkehrsauffälligkeit belaufen sich auf ab € 645,– und beinhalten die Gruppentermine, die Fahrprobe und die administrative Abwicklung (inkl. Meldung an die Behörde). Für den aktuellen Kostenrahmen an Ihrem Standort kontaktieren Sie uns direkt – wir informieren Sie transparent und verbindlich. |
| Format: | Diskretes Gruppenformat mit qualifizierter verkehrspsychologischer Kursleitung |
| Keine Prüfung: | Es gibt keinen Test und kein Durchfallen. Entscheidend ist Ihre Teilnahme und Mitarbeit. |
| Zusatzsitzung: | Wenn innerhalb von 5 Jahren derselbe Kurstyp besucht werden muss, wird in der Regel eine Zusatzsitzung á 50 Minuten vorgeschrieben. |
| Einzelkurs (Ausnahme): | In begründeten Einzelfällen ist eine Absolvierung im Einzelformat möglich, wenn die Teilnahme an einem Gruppenkurs nicht möglich ist. Dauer 5 Kurseinheiten à 50 Minuten, Kosten können höher sein und sind individuell anzufragen. |
Häufige Fragen
Ist die Fahrprobe eine Prüfung?
Nein. Die Fahrprobe ist eine strukturierte Verhaltensbeobachtung im realen Straßenverkehr. Es gibt kein „Bestanden" oder „Nicht bestanden". Sie dient dazu, Ihr Fahrverhalten sichtbar zu machen und gemeinsam im Kurs zu reflektieren. Der Fokus liegt auf Verkehrssicherheit und Selbstreflexion, nicht auf Bewertung.
Worin unterscheidet sich diese Nachschulung von der Alkohol- oder Drogen-Nachschulung?
Die Nachschulung bei Verkehrsauffälligkeit unterscheidet sich in zwei wesentlichen Punkten:
- Themenfokus: Im Mittelpunkt stehen Risikoverhalten, Regelakzeptanz und Fahrentscheidungen – nicht Substanzkonsum.
- Fahrprobe: Nur die Nachschulung für verkehrsauffällige Lenker:innen enthält eine integrierte Fahrprobe.
Was, wenn ich unsicher bin, welcher Kurstyp für meinen Bescheid gilt?
Maßgeblich ist die konkrete Anordnung in Ihrem Bescheid. Falls Sie unsicher sind: Kontaktieren Sie INFAR mit Ihren Unterlagen. Wir ordnen den richtigen Kurstyp für Sie zu und erklären Ihnen genau die nächsten Schritte.
Anmeldung: So gehen Sie Schritt für Schritt vor
- Bescheid prüfen: Sehen Sie nach, welche Maßnahme angeordnet wurde und bis wann die Frist läuft.
- Bei INFAR anmelden: Kontaktieren Sie uns telefonisch, per E-Mail oder über die Anmeldebox. Wir klären gemeinsam, welcher Kurs und Standort für Sie passt.
- Termine erhalten: Sie bekommen Ihre Kurstermine und eine Bestätigung der Anmeldung.
- Kurs absolvieren: Nehmen Sie an allen 4 Sitzungen teil.
- Bestätigung erhalten: Nach ordnungsgemäßer Teilnahme und Bezahlung stellen wir die Kursbesuchsbestätigung aus und übermitteln diese direkt an die Behörde.
