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Verkehrspsychologie - Das Buch

Verkehrspsychologie - Grundlagen und Anwendungen

Das Cover zum Buch finden Sie hier: Verkehrspsychologie Grundlagen und Anwendungen

Dieses Buch soll primär all jenen Personen Antworten geben, die ganz allgemein wissen möchten, "was denn" die Psychologie mit dem Straßenverkehr zu tun hat, der ja doch – vordergründig - ein technisches Feld ist. Es sollte rasch verständlich werden, wie sehr der Verkehr, und insbesondere der Straßenverkehr, ein psychologisches Feld ist. Überall dort, wo Menschen handeln, hat Psychologie ihren Platz: als Wissenschaft vom Verhalten, dessen Verstehen und dessen Kontrolle. Und es ist ja klar ersichtlich, dass Flugzeuge, Züge, Straßenbahnen und Schiffe von Menschen geführt/geflogen werden, die ermüden können, die Fehler machen können, die Schwächeanfälle ha­ben können, die es sich bequem machen und bestimmte – vermeintlich gerade nicht relevante – Regeln ignorieren können, und so weiter. In diesen Bereichen des Ver­kehrs kann man durch gediegene Ausbildung derartigen Problemen vorbeugen. Außerdem sind die Akteure hier durch übergeordnete Stellen kontrollierbar und können konsistent zur Verantwortung gezogen werden. Dass Regeln einzuhalten sind ist hier keine Frage. Viel komplizierter ist die Situation im Straßenverkehr: Alle Menschen, mit Ausnahme immobiler Personen, sind hier Akteure, nur ein Teil, nämlich die Motorisierten, sind ausgebildet. Die Ausbildung ist im Vergleich zur Ausbildung von Piloten, Zugs- und Schiffsführern verschwindend gering, das Aktionsfeld ist aber "die ganze Welt", und die Zugriffsmöglichkeiten durch übergeordnete Stellen sind nur in sehr eingeschränktem Maße vorhanden. Problematisches Verhalten wird kaum bestraft, nicht zuletzt da dies in der Praxis ein schwieriges und kostspieliges Unterfangen ist. Kraftfahrzeugführer sind weitgehend außer Kontrolle, was viele gleichsam zur Tradition gewordene und "unausrottbare" Fehlverhaltensweisen erklärt, und was auch erklärt, warum oft größere Mühen unterbleiben, um Fehler auszumerzen: Traditionen sind ja in der Regel stabile Konstrukte. Zusätzlich zu diesen an das Führen von Motorfahrzeugen geknüpften Problemen ergibt sich, dass Kommunikation mit anderen Leuten verlangt wird, wie gesagt die Gesamtbevölkerung, die keine spezielle Ausbildung für den Verkehr erhalten haben, die nicht wie durchschnittliche Erwachsene "berechenbar" sind (z.B. Kinder), die nicht durch eine Karosserie geschützt sind und über nicht mehr als menschliche Kraftreserven verfügen (Fußgänger, Radfahrer). Mit anderen Worten, es gibt hier ein Machtgefälle, Isolation voneinander, obwohl man sich auf den gleichen Flächen befindet, usw. usf. Dies alles macht es extrem schwierig, richtig zu agieren. Die Psychologie ist hier doppelt und dreifach gefragt und steht gleichzeitig vor einem Dilemma: Das „Laboratorium Straße" kann durch keine noch so gute wissen­schaftliche Laborsituation simuliert oder ersetzt werden. Forschung hier hat für die Anwendung dort nur bedingt Bedeutung. Die oft postulierte wissenschaftliche Stringenz kann in der Laboratoriumspsychologie, welche Validität, Reliabilität und Objektivität im Zusammenhang mit raffinierten statistischen Methoden zelebrieren kann, leichter erreicht werden, während in der Praxis hier Grenzen gesetzt sind.

Im Folgenden findet der Leser zwei Teile vor: Der eine ist mehr theo­retischer Natur. Er greift jene Aspekte der Psychologie auf, die aus der Perspektive der Autoren von Bedeutung sind, um Verkehr unter psychologischen Gesichtspunkten diskutieren zu können. Der zweite Teil gibt eine Auswahl von psychologischen Interventionen wieder, die in der Praxis zur Anwendung kommen, oder auch nur zur Anwendung kommen sollten. Das Wort "Auswahl" möge unterstreichen, dass wir nicht Vollständigkeit angestrebt, sondern Bereiche ausgewählt haben, die wir als für die Praxis wichtig ansehen, aber die gleichzeitig auch ausreichend wissenschaftlich unterfüttert sind, um sie als geprüfte verkehrspsychologische Inhalte Interessierten weitergeben zu können.

Damit zu einem Hauptziel dieses Buches als Abschluss dieser Einleitung: Es soll interessierten Praktikern und auch wissenschaftlichen Akteuren aus anderen Feldern Informationen liefern, die diese in ihrer Arbeit berücksichtigen können, und es soll andere, die noch keine Gewohnheiten entwickelt haben, auf psychologische Materialien zurück zu greifen, anregen, dies zu tun.

Autoren: C. Chaloupka-Risser, R. Risser und W.-D. Zuzan

 

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